Sonntag, 20. September 2015

Das Schäuble-Häschen oder Nichtraucher in 5 Minuten

So, es ist nun eine Woche her, dass ich das Rauchen aufgegeben habe, oder ich es halt versuche. Bisher kein Rückfall und scheinbar ist das Schlimmste schon vorbei.

Mein Verstand ist ja eh nur sporadische mit der Realität verbunden, unter plötzlichen Nikotin Entzug verliert diese sehr zarte Verbindung nun restlos jeglichen Zusammenhalt. So kam es auch, dass ich mir die ersten drei Tage immer kleine rosa Häschen mit einer dicken Zigarre im Mund und dem Gesicht unseres Finanzministers vorgestellt habe. Sie riefen mir ständig zu: „rauch weiter!“

Der Grund warum ich aufgehört habe, ist nicht die Gesundheit. Also bitte, ich trinke 35 Cent Automatenkaffee aus dem Plastikbecher. Ich weiß ja nicht aus was der Kaffee in den Automaten gemacht wird, aber geschmacklich würde ich behaupten, dass der Verzehr des Kunststoffbechers wohl weniger giftig wäre. Aber lieber schlechten Kaffee als überhaupt keinen.

Nein, der Grund ist nicht die Gesundheit, sondern einfach nur der Umstand, dass ich kein Geld mehr dafür ausgeben wollte und davon auch noch Steuern abzudrücken. Daher entstand wohl auch das kleine rosa Häschen mit dem Schäuble Gesicht und der Zigarre. Und als diese Horde von barbarischen Schäuble-Häschen so um mich herum rollte hoppelte, hatte ich schlagartig einen zweiten Grund nicht mehr zu rauchen. Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner grenzenlosen Weisheit entschieden, dass die Bundeswehr in Katastrophenfällen auch im „Inneren“ eingesetzt werden darf.

Mal ehrlich, eine Meute rosa Häschen mit dem Gesicht von Schäuble......also wenn das keine Katastrophe ist, was dann? Und schon sehe ich wie ein Leopard II Panzer die Häschen alle übel zurichtet. Da liegen sie blutend, mit geknickten Ohren und ziemlich zermatscht. 
„Irgendwas stimmt mit Hasi nicht!“

Ich wollte es eigentlich nicht so brutal beschreiben, aber es blieb nur der Panzer übrig. Die Luftwaffe darf ja keine Raketen abschießen über Deutschland. Die müssen, Flugzeuge die zum Beispiel in terroristischer Absicht in den Bundestag fliegen wollen, zur Landung zwingen. Davon ausgehend, dass Piloten der Luftwaffe nicht die dümmsten sind, werden diese die Maschinen auch zur Landung zwingen.....im Bundestag. (win-win-situation) Zum Schluss wäre da noch die Infanterie. Ja spinnst du, mit dem G36 triffst du doch keine Hasen, Elefanten vielleicht, wenn es nicht zu warm ist, Hasen...nö. Ich hätte ja in meinem Kopf auch Renate Künast und Claudia Roth in ein Häschen- Buster-Kostüm stecken können, aber dies war meines Erachtens ein Verstoß gegen die Genfer Konventionen. Ich bin also ein Opfer der Umstände.

Viele haben mich gefragt, wie ich denn auf die Idee gekommen bin. Der Einfall kam mir spontan. Planen kann ich so etwas nicht. Da ich feststellen musste, dass ich an freien Tagen mehr als drei Schachteln am Tag qualmte, musste das beendet werden. Zuerst hab ich noch überlegt ob ich es mit Nikotinpflaster oder Kaugummis probieren soll, aber mal ehrlich, dass ist so, als wenn man einen Alkoholiker mit „Mon Cherie“ trocken bekommen möchte. Blöde Idee!

Also hilft nur eins, kalter Entzug! Andere Menschen können dies ohne Probleme. Die haben ihren sogenannten „inneren Schweinehund“ gut unter Kontrolle. Solche Menschen beschließen, dass sie das Rauchen auf hören, rufen ihrem Hündchen „platz“ zu und der blöde Köter gibt Ruhe. Bei mir gibt es keinen inneren Schweinehund, sondern nur Höllenhunde, Dämonen, dies in Massen und keiner davon ist Veganer oder Nichtraucher.

Was schon das nächste Problem darstellt. Nikotinentzug bringt natürlich auch körperliche Entzugserscheinungen mit sich. Keine davon ist schlimm, nur nervig. Mir ist zum Beispiel recht warm. Nicht so dass ich schwitzte, einfach nur warm. Was fast umgehend mit dem Verzicht auf die erste Zigarette nach dem Entschluss aufzuhören kommt, ist ein flaues Gefühl im Oberbauch. Das kann leicht mit Hunger verwechselt werden. Kann man auch durch essen unterdrücken, leider nur solange man auch immer weiter futtert.

Das ist dann zweifach doof, weil du jetzt wieder das Gefühl im Oberbauch hast und noch die Idee im Kopf: „Nach dem Essen sollst du Rauchen.....“ Kontraproduktiv. Das hat mich auf die Idee gebracht, meinen Nikotinsüchtigen und Steak futternden Dämonen gleich doppelt zu bestrafen. Immer wenn ich jetzt Hunger habe und nicht weiß ob es wirklich Hunger ist, futter ich Knäckebrot.
Das ist meinem Dämon zuviel Staub und er hält die Schnauze. Wahlweise geht das auch mit Karotten, oder sonstigem Grünzeugs, was man roh futtern kann und schnell zur Hand hat. Wenn du einem Veganer nach jedem Vortag, denn er über gesunde Ernährung hält, ein 600g Steak in den Rachen stopfst, hält der dann auch lieber die Klappe. Selbes Prinzip, nur halt umgekehrt.

Und das ist eigentlich das einzige Problem dabei, wenn man das Rauchen aufgibt. Es ist reine Kopfsache. Ich hatte ja schon mehrere Versuche in angriff genommen. Keiner hatte den ersten Tag auch nur Ansatzweise überlebt. Von anderen die es versucht haben, kamen dann immer so Sätze wie: „Ja,, der erste Tag ging, der zweite na ja, aber der dritte war echt heftig.“ Meine Erfahrung war, dass die erste Stunde ging, die zweite na ja, aber die dritte....ach scheiß drauf.

Da Geheimnis liegt darin, dass man etwas finden muss, dass den „inneren Schweinehund“ dazu bringt, dir zu sagen: „Nein du rauchst jetzt keine!“ Das war bei mir recht einfach. Ich mag weder Finanzminister die Schäuble heißen, noch rosa Häschen, solange die vier Beine haben. Da hab ich ja noch mal Glück gehabt.

Was ich festgestellt habe, ist der Umstand, dass man plötzlich mehr Energie hat und wesentlich mehr Zeit. Wenn ich eine geraucht habe, habe ich ja nicht „nichts getan“, sondern eine geraucht. Das ist eine Tätigkeit, der man aktiv nachgeht. Jetzt wo ich nicht mehr rauche, habe ich also wesentlich mehr Zeit zum nichts tun. Ist klar, oder? Im Kopf ist das also auch noch Freizeit fördernd, weil ich mehr Zeit zum nichts tun habe. Daher kommt auch der Spruch, Zeit ist Geld. Nicht rauchen heißt kein Geld für Zigaretten und Tabak ausgeben und es bringt mehr Zeit. Das wiederum kann man aber nur verstehen, wenn man selbst Raucher ist oder war.

Liebe Leser, nehmt euch mal die Zeit um zu zählen, wie oft ich im letzten Absatz das Wort Zeit verwendet habe. Da muss man erst mal auf Entzug sein, dass man so einen Absatz überhaupt formulieren kann. Da könnt ihr euch ausmalen, wie viel Zeit mich nur der letzte Absatz gekostet hat. puuhhhhh

Zum Schluss gehe ich noch auf die überschüssige Energie ein. Die ist bei mir tatsächlich da. Habe es aber gut unter Kontrolle, so dass es nicht in Arbeitseifer ausarten wird. Das Haus verlasse ich deswegen auch nicht öfters, aber ich habe meinen Crosstrainer wider aktiviert, denn „stylischten“ Kleiderständer den ich je hatte. Nicht, dass er jetzt nicht mehr als Kleiderständer fungiert, aber ich habe ihn wiedermal abgestaubt. Ist doch auch nett.......








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