Montag, 8. August 2016

Der Haui, das Bambi und ich

Es ist nun fast ein Jahr her, dass ich das Rauchen aufgegeben habe. Ich habe fast selbst nicht daran geglaubt, dass ich es durchhalte, aber wie sagt man heutzutage so schön: „Läuft bei mir!“ Oder wie es mein Kumpel „Haui“, ein Mann von Welt.... naja aus der Oberpfalz.... also mehr so Unterwelt, formulieren würde: „Runs by you!“ Auf jeden Fall Grund genug mal wieder was auf das digitale Papier zu bringen.

Als erstes musste ich feststellen, dass es ein echter Irrglaube ist, dass man sich eine Menge Geld spart, wenn man das Rauchen auf gibt. Ich lache jetzt noch. Davon abgesehen, dass einiges von den nicht mehr benötigten Tabakgroschen sich spontan in den „Ich-stopf-alles-in-mich-rein-was-süß-ist-“Taler verwandelt hat, ist der kümmerliche Rest an dem“Gesparten“ für alles was auch nur ansatzweise essbar aussah drauf gegangen. Kontraproduktiv!

So kam es wie es kommen musste, im Januar waren meine geschmeidigen 73 Kilo genau wie die alten Griechen......sie waren Geschichte. Fast 90 Kilo waren nun unvorteilhaft an mir verteilt....alles am Bauch. „Zieh ich Arm und Beine ein, würd ich eine Kugel sein.“ Herzlichen Glückwunsch! Haui würde sagen: „Rolls by you!“

Abhilfe war dank einigen YouTube Videos mit extravaganten Leibesübungen (und heißen Übungsleiterinnen), Amazon und den Wäldern der Unterwelt Oberpfalz schnell gefunden. Um es auf den Punkt zu bringen, ich habe den „Ich-stopf-alles-in-mich-rein-was-süß-ist-“Taler in Amazon-Heller umgewandelt. Nun bin ich stolzer Besitzer eines Steppers, eines Bauchtrainers, ein paar neuer Laufschuhe und eines Bluetooth-Kopfhörers.

Der Vorteil von Stepper und Bauchtrainer liegen klar auf der Hand, man muss das Haus nicht verlassen und ist somit Wetter unabhängig. Der Nachteil, ihr werdet es nicht glauben, die Teile funktionieren nur, wenn man sie auch benutzt. Verdammt! Was für ein Stress. Nach ca. drei Monaten waren meine 73 Kilo wie Rocky Balboa, sie waren zurück. Haui sagte diesmal nichts in die Richtung wie sonst, er glaubt mir bis heute nicht, dass ich den Stepper benutzte. Pffff Oberpfälzer!

Mit dem Joggen habe ich vor ca. drei Wochen wieder begonnen, meist am Morgen, denn früh um halb sechs auf einem "Trimm dich Pfad" durch den Wald zu laufen hat einige Vorteile:

1) Es ist dort angenehm kühl
2) Die Stechmücken sind noch in den Schlafzimmern der Umgebung unterwegs
3) Keine anderen Jogger im Wald, die evtl. einen Notarzt rufen, wenn sie mein Gesicht beim laufen sehen.

Allerdings finde ich es nicht gerade nett, wenn Rehe mich mit einem sehr mitleidigem Blick ansehen wenn ich laufe. Sie halten es ja noch nicht mal für nötig wegzurennen wenn ich vorbei flitze. Sie könnten wenigstens so tun als ob sie Angst hätten und mich als Raubtier anerkennen. Verdammte Viecher, noch nicht mal ein böser Blick bringt sie zur Flucht. Ich kann Haui schon von weitem hören: „Runs not by you!“ Ich hasse Bambi..... und Haui!“




Freitag, 17. Juni 2016

Vampire, BHs und ich

Da es mittlerweile schon sechs Monate her ist, dass ich was neues geschrieben habe, habe ich mich dazu entschlossen dies jetzt einfach mal wieder zu tun. Ich habe zwar keine Ahnung was ich schreiben soll, aber hey, das ist doch heutzutage eh nicht mehr wichtig. Inhalte sind wohl völlig überbewertet.

Der eigentlicher Auslöser der mich dazu bewegt hat mal wieder etwas zu tippen, ist, dass ich mich selbst über mich, also über mein Frühstück das ich in den letzten 30 Minuten zu mir nahm, gewundert habe. Es bestand aus drei Gängen.

Erster Gang: 1 Erdbeerjoghurt
Zweiter Gang: 1 Packung Reiswaffeln
Dritter Gang: 1 Glas Gurken.....nein, ich bin nicht schwanger!

Seit ich vor 9 Monaten das Rauchen aufgegeben habe, hat mein Essverhalten seltsame Züge angenommen. Auch sonst habe ich einige, für mich sehr seltsame Angewohnheiten entwickelt.

Ich gehe tatsächlich shoppen und damit ist nicht der Frühschoppen gemeint, sondern tatsächlich das Einkaufen. Ging ich früher so einkaufen als würde ich einen Blitzkrieg führen, ertappe ich mich jetzt hin und wieder mal dabei, wie ich in Gedanken versunken durch die Supermärkte schlendere und plötzlich im Gang mit den Backformen völlig verwirrt denke: „Was zur Hölle mache ich jetzt hier?“

Sogar große Klamottenläden sind nicht mehr sicher vor mir, selbst wenn sie in den Innenstädten liegen oder sogar in Fußgängerzonen. Fußgängerzonen......noch vor zwei Jahren wäre ich beim Betreten einer solchen in Flammen aufgegangen, wie ein Vampir im Sonnenlicht. Ok, heute brennen Vampire nicht mehr, sie glitzern im Sonnenlicht. Was für mich genauso schlimm klingt. Wenn das so weitergeht, sind in zehn Jahren alle Vampire Verwaltungsfachangestellte, die Tomaten-Karotten-Smoothies schlürfen und in ihrer Freizeit YouTube-Tutorials über das Häkeln machen. Um es deutlich zumachen: Vampire glitzern nicht, sie häkeln nicht oder lösen auch keine verdammten Sudokus! Das ist sowas von falsch, wie Currywurst mit Reis, ADAC Statistiken oder Abgaswerte von VW.

Aber zurück zu Thema. Um den ganzen die Krone aufzusetzen....man kann mich mittlerweile sogar in Cafés sitzen sehen, völlig entspannt mit oder ohne Begleitung. Ich war die letzten 15 Jahre wahrscheinlich drei oder vier mal im Kino. 2016 waren es bisher neunmal die ich ein Kino besucht habe und es ist gerade mal Juni. Dazu kommt, die nächsten Termine stehen auch schon fest.

Apropos Kino. Bei einem meiner Kinobesuche hatte ich das Vergnügen mit zwei ebenso reizenden wie wundervollen Damen (zwinker zwinker, man weiß ja nie wer es liest) das Dschungelbuch in 3D zu bewundern. 3D ist insofern ja schon witzig, weil jeder Kinobesucher mit dieser §D-Brille aussieht wie Puck die Stubenfliege. Natürlich habe ich nicht nur den Film bewundert, hallo es war das Dschungelbuch, man weiß wie der Film endet. Ich meine, keiner der Titanic im Kino gesehen hat, hat sich gewundert, dass das Schiff untergeht, oder hat bei der Passion Christi überrascht durchs Kino gerufen: „OH MEIN GOTT, SIE HABEN IHN GEGREUZIGT!“ Ja, die Bibel spoilert das schon heftig.

Zurück zu den Damen. Das eigentliche Highlight diese Abends war allerdings weder der Film noch die Damen an sich. Beim verlassen des Kinosaals kam mir von einer der Schönheiten folgender Satz entgegen: „Ich muss nun mal die Toiletten aufsuchen, um meinen BH vom Popcorn zu befreien.“ Echt jetzt??? Ich bin mir fast sicher, dass die Gute im Sonnenlicht auch glitzert! Ich bin ja selten sprachlos, aber dieser Satz hat mich „zutiefst bewegt.“ Meine Damen, wie bitte esst ihr Popcorn, dass dieses im BH landet? Wie das verdammte Krümelmonster seine Kekse? Dieser Satz wird mich den Rest meines Lebens begleiten.

Freitag, 25. Dezember 2015

Antimaterie und a weng oan Ingwer

Das erstaunlichste im Universum ist für mich noch immer meine persönliche Aufnahmefähigkeit von unterschiedlichen Informationen zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten von unterschiedlichen Personen durch unterschiedliche Medien. Ich mag den Satz

Beispiel: Ich wache um halb vier morgens völlig verpeilt auf, schalte gegen jede Gewohnheit den Fernseher ein und merke nach einer Stunde, dass „Schatten der Leidenschaft“ eine ganz interessante Serie ist. Der Versuch eine Folge dieser Serie in halbwegs normalen Zustand zu sehen ist völlig unmöglich, da es totaler Schrott ist. Faszinierend!

Auf Grundlage dieses Experiments* (Wow, zwei Möglichkeiten für ein Genitiv!!!) oder besser gesagt dieser recht allgemeinen Theorie, habe ich versucht diese zu erweitern, auf die gesamte Fernsehlandschaft. Hierüber folgt nun ein kurzer Bericht:

Anwesende Helfer (nur passiv) und Aufbau des Experimentes*: (erkannt?)

1 x Bundestagssitzung mit der ganzen Bagage
1 x Soap Gute Zeiten Schlechte Zeiten mit der ganzen Bagage
1 x Schlager SingSang mit der Fischerin
1 x Frauentausch wieder mit der ganzen Bagage (kommt ganz schön rum die Bagage)
1 x Kochen mit Alfons Schuhbeck
1 x alpha Centauri mit Harald Lesch

Den ersten Punkt möchte ich euch ersparen, da hier das Ergebnis eh gleich war. Also kurz gesagt: Ist zu jeder Zeit, also Tag oder Nacht scheiße. Auch die Gesangseinlagen im Bundestag hören sich nachts nicht besser an. Da mir sonst nichts positiv auffällt, ich doch aber auch was Gutes erwähnen möchte, schreib ich Gregor Gysi. Inhaltlich möchte ich es nicht bewerten, aber wie er es sagt kann durchaus witzig werden.

Wirklich anders verhält es sich mit GZSZ nicht. Hat etwas von einer optischen Massenvernichtungswaffe, passt also hervorragend in die deutsche Fernsehlandschaft nur ohne Gregor Gysi. Da ich auch hier was positives erwähnen möchte, schreib ich hier das Stichwort deutsche Sprache auf. Ich versteh nicht warum die das sagen was sie sagen, oder was es bedeuten soll, aber ich verstehe Worte und Grammatik. Wer jetzt denkt, was da jetzt besonderes daran ist, dem sei gesagt: „Das wird sich noch ändern!“

SingSang mit Helene Fischer. Was soll ich da sagen? Das positive wieder zu erst: Sie hat eine schöne Stimme, muss man ihr lassen. Optisch auch einwandfrei, es tut nicht weh wenn man da mal eine Stunde hingucken muss. Es ist auch nicht die Art der Musik, es ist der Text. Eigentlich ist es nichts anderes als eine musikalisch vertonte Folge von Gute Zeiten Schlechte Zeiten. Wenn man es genau betrachtet ist umgekehrt. Diese Seifenopern sind verfilmte Schlager, ein Bett im Kornfeld in Serie, ein bisschen täglicher Frieden. Wää, pfui Teufel.

Kommen wir zu Frauentausch. Hier musste ich auf altes Wissen zurückgreifen, ich hatte einfach keine Lust mir das nochmal anzutun, daran ändert sich auch nachts nichts. Aber ich denke mal es hat sich da nichts groß geändert. Was einem als Mann als erstes auffällt ist die Tatsache, dass man diese Frau auch umgetauscht hätte. Einige davon sogar gleich begraben. Es würde als Notwehr durchgehen. Ich konnte auch mit größter Anstrengung nichts positives finden, das ich hier erwähnen hätte können, teilweise fällt sogar der Punkt mit dem verständlichen Deutsch weg.

Die letzten beiden, Alfons Schuhbeck und Harald Lesch, der eine Koch der anderer Professor für Physik sind für mich zu jeder Tageszeit das Gleiche. Der eine rührt in der Nudelsuppe der andere in der Ur-Suppe, für mich macht es keinen Unterschied....am Tag. Nachts verstehe ich plötzlich beide. Da hat Rehrücken mit Preiselbeeren, Quantenphysik und malen nach Zahlen den gleichen Schwierigkeitsfaktor. Noch viel besser ist, dass ich um halb vier Nachts und nach einer Sendung mit Astro Harry, dem Schuhbeck mit Hilfe der allgemeinen Relativitätstheorie die Zubereitung des Rehrückens erklären kann. Na ja, zumindest gibt mir der Lesch das Gefühl, dass ich dies könnte. Wahrscheinlich versteh ich gar nix davon, es ist nur die Uhrzeit. Die Fähigkeit zu erkennen, dass das was da gerade vom Professor erzählt wird viel zu hoch für mich ist, die pennt nämlich noch, nur der Rest vom Körper ist in einem Zustand von nicht wach aber auch nicht schlafend. Irgendwas dazwischen halt.

Versucht mal am Wochenende zwei Stunden nach dem Kaffee trinken, wenn Körper und Geist beste Betriebstemperatur erreicht haben, ein Folge einer Sendung mit Harald Lesch anzusehen. Für mich ist das plötzlich genauso unverständlich wie Kochen mit Schuhbeck. In diesem Zustand sind für mich Dinge wie Antimaterie und die Raumkrümmung nicht zu verstehen. Was wird denn da bitte schön gekrümmt? Wenn ich in meinem Wohnzimmer meinem Kumpel sage was ich Netto verdiene, dann liegt dieser vor lauter lachen gekrümmt im Raum und das völlig ohne Änderung in der Gravitation. Mehr kann ich dazu aber auch nicht sagen um diese Zeit, ich versteh es einfach nicht. Also weder mein Nettogehalt, oder die Raumkrümmung noch Schuhbecks Kocherei.

Ich befürchte ja das irgendwann „Alfons Lesch“ vom Inneren des Fernsehers an die Scheibe klopft und zu mir sagt: „So, jetzt pass a mal auf. Da nimmst jetzt a weng an Stern, sag mer mal einen mit 50 Sonnenmassen, dass mer auch a anständige Gravitation her kriegen, besser wäre da jetzt a weißer Zwerg, geht aber a so, dann nehm er no a paar Planeten, rühren paar Edelgase unter und a weng oan Ingwer............“

Montag, 16. November 2015

Dämonen auf vier Pfoten– Der kleine Horrorführer

Totenstille, drei Uhr in der Nacht. Ich sitze vor dem Fernseher und werfe einen flüchtigen Blick aus dem Fenster. Irgendwas stimmt nicht. Es ist dunkel, zu dunkel. Da, plötzlich ein Geräusch, dann wieder Stille. Ich fühle mich beobachtet, nein, ich weiß ich werde beobachtet. Dann wieder Ruhe. Die Stille wird unerträglich. Wenn es in einem Film länger still ist, passiert gleich was schlimmes, so wie jetzt eben bei diesem Film. Bilde ich mir das ein oder liegt es daran, dass ich mir gerade Tanz der Teufel ansehe. Alleine und mitten in der Nacht. Wieso komm ich nur auf so eine blöde Idee? Ich halte die Aufnahme an. Ich höre in den Raum, denn ich Idiot habe ja das Licht ausgemacht und kann im schummrigen Licht des Fernsehers nicht viel erkennen. Mein Blick ist auf die Stelle gerichtet, wo sich der Lichtschalter an der Wand befindet – eigentlich. Alles, was ich im Moment sehe ist Dunkelheit. Da! Zwei Augen, leuchtende Augen, ein dämonisches Leuchten! Ich habe nur einen Gedanken, der Lichtschalter. Wie lächerlich, als würde Licht diesen Dämon jetzt noch aufhalten können. Außerdem ist mir klar, in dem Moment, in dem ich meinen Fuß unter der Decke vorziehe, wird es zum Angriff kommen. Das ist der Teil in den Horrorfilmen, in dem immer einer stirbt. Der Typ, der nachsehen geht was da los ist, wird sterben. Ein Schrei, furchtbare Schmerzen und tot ist er. Jetzt bin ich in der Situation. Ich bin alleine und mir ist es bewusst, dass ich keine Chance habe - und trotzdem steh ich auf. Das letzte, was ich höre, ist eine Art galoppierendes Geräusch und dann spüre ich nur noch Schmerz, unsäglichen Schmerz.

Dieses verdammte „Mistviech“ von einer Katze! Den ganzen Tag pennen und Nachts um drei, wenn alles ruhig ist, muss sie wieder 'rum spinnen. Und überhaupt, warum sind Katzen, besonders wenn sie noch klein sind, alle Fußfetischisten? Kaum den Fuß aus der Decke gezogen, muss sie dir entweder ihre Krallen reinhauen oder in die Zehen beißen. Was stimmt nicht mit diesen Tieren? Teufelsbrut, verdammte Dämonen!

Inspiriert zu dieser Geschichte wurde ich eben von der mir bekannten „Neu-Katzenbesitzerin“ Manuela. Da Manuela keine halben Sachen macht, hat sie sich natürlich gleich zwei Baby-Dämonen ins Haus geholt. Was für ein Spaß, da stößt dann auch Exorzismus an seine Grenzen.

Die am Anfang erzählte Geschichte ist ein Tatsachenbericht aus dem Jahr 1988; sie ist ziemlich genau, wie beschrieben, abgelaufen. Dies war kein Einzelfall. Ich war zarte ... Jahre alt also praktisch in der „Prä-Internetschen“ Zeitperiode oder wie die Jugend sagen würde: „Ach damals kurz nach'm Krieg.“ Stimmt doch, oder? Wenn du heute den Kindern was aus den 70ger oder 80gern erzählst, schauen die einen an und denken sich: "Oh weh, jetzt erzählt er bestimmt gleich wieder was aus dem Krieg!"

Zurück zur Teufelsbrut. In der „postmodernen“ Kommunikation, also via Facebook, erzählte mir Manuela von ihren beiden kleinen putzigen Fellbündeln und meinte, ich würde nicht glauben, was sie schon alles entfernt habe, um die Wohnung katzensicher zu machen. Leider konnte sie mein augenblicklich ins Gesicht kommende diabolisches Grinsen nicht sehen. Da musste ich dann spontan an meine erste Katze denken und aus dem Grinsen wurde ein teuflisches Lachen: „Muuuuaaaaaa, katzensicher.........!“

Jeder Katzenbesitzer weiß es, eine Wohnung ist erst dann katzensicher, wenn....ähm naja, wenn sie leer, nicht tapeziert sind und kein Teppichboden verlegt ist. Fußbodenleisten müssen mindestens mit 120ger Zimmermannsnägeln angebracht sein, um einer Katze widerstehen zu können, am besten aus Titan. Schläuche an Duschen und Badewannen sollte man abschrauben oder unter Strom legen. Fenster geschlossen halten, gekippte Fenster erwecken nämlich Neugier. Um ganz sicher zu gehen, sollte man auf Zimmertüren gänzlich verzichten oder aber auf Schiebetüren umsteigen, da Türklinken für Katzen kein Hindernis darstellen. (Der Umstand, dass die USS Enterprise 1701-D über automatische Schiebetüren verfügte, lag bestimmt an der sich an Bord beheimateten Katze von Commander Data.) Sollte man über ein nicht so schlaues oder recht faules Exemplar von Katze verfügen, die die Klinke nicht bedienen kann oder will, wird einem das Tier die Tür einfach zerkratzen, wenn sie geschlossen ist. Zusammenfassend kann man es auch so formulieren, eine Wohnung ist erst dann katzensicher, wenn sich keine Katze darin befindet. Wahlweise ist es auch möglich, einen Katzen hassenden Pitbull in die Behausung zu setzen.

Als ehemaliger Mitbewohner von zwei Katzen mit zusammen insgesamt 12 Babykatzen schreibe ich hier einen kleinen Katzen-Führer. (Eigentlich wollt ich an dieser Stelle das Wort Ratgeber verwenden, aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass wir Deutschen besser auf das Wort Führer reagieren. Wir Deutschen haben keine Reiseratgeber, wir haben „Reiseführa“, wir haben keine Fahrerlaubnis, wir haben „Führaschein“ selbst beim Fußball gibt es den „Spielführa“, überall „Führa“ Sogar in der Politik haben wir noch immer „Führa:“ Gut, das sind jetzt eher so die uns an der „Nase-herum-Führa,“ aber halt „Führa:“

Um das jetzt richtig zu verstehen, müsst ihr das richtig betonen. Beispiel: „Reiseführa“
Beim ersten Wort „Reise“ müsst ihr das R richtig rollen, den Rest also „eise“ etwas lang ziehen. Etwa so: RRReiiise. Beim Wort „Führa“ müsst ihr das ü betonen und den Rest wieder lang ziehen und zum Schluss das a betonen. Wäre also fÜÜhhhhRRAA. Jetzt alle zusammen: „Rreiiise fÜÜhhhhRRAA!“ Perfekt beim Wort „Führaschein“ müsst ihr das eben Gelernte mal umbauen, um es richtig anwenden zu können. Also wieder alle zusammen laut mit sprechen: „fÜÜÜhRRAAschein! Einwandfrei. Er wäre stolz auf euch!

Stopp, stopp, ist ja wieder gut. Jetzt nicht gleich eine dämliche Partei gründen gehen.

Zurück zum Thema: Für das Zusammenleben mit einer Katze sollte man psychisch absolut stabil sein und nicht sehr an seinem Eigentum hängen. Zudem sollte man sich von dem Gedanken verabschieden, Katzen erziehen zu können. Ja, man kann Katzen etwas lehren, ihnen etwas beibringen. Solange sie dafür eine Gegenleistung erhalten und man auch vor Ort ist. Während der eigenen Abwesenheit allerdings sind jegliche Vereinbarungen, selbst wenn sie schriftlich fixiert wurden, ungültig für das Tier. Für die Katze zählt nur die Katze. Wir, die wir uns Katzenbesitzer nennen, sind in deren Augen nur das Personal für den Zweck, den selben Lebensraum mit ihnen teilen zu dürfen, um sie zu bedienen.

Sehr wichtig ist auch, das Katzen sehr kommunikative Tiere sind. Die meisten Exemplare sind überaus mitteilsam und erwarten auch, dass man darauf eingeht. Man sollte jedenfalls so tun als würde es einen interessieren was sie erzählt. Hier haben männliche Katzenbesitzer eindeutig eine Vorteil gegenüber den Damen. Verhaltet euch einfach wie eurer Ehefrau gegenüber und es gibt keine Probleme: Ja Schatzi, mach ich Schatzi, natürlich Schatzi. Gut, bei der Ehefrau kann man das Schatz weg lassen, bei der Katze nicht. Die Viecher reagieren nämlich auf das i am Schluss und fühlen sich somit wahrgenommen. Das funktioniert bei der Frau auch, allerdings nur mit einem ä - du Ziegääää, zum Beispiel. Probiert's mal aus liebe Herren, werdet schon sehen, was ihr davon habt.

Für die weiblichen Katzenbesitzer ist es da schon etwas komplizierter. Die Frau muss ihre Katze genau studieren. Katzen teilen sich nämlich nicht nur durch das einfache "Miau" mit, sondern auch mit der Tonlage und der Betonung der einzelnen Buchstaben. Zudem kommunizieren Katzen mit dem ganzen Körper. Insbesondere sollten hier die Ohren und der Schwanz erwähnt werden. Bei letzterem ist es ähnlich wie beim Ehemann, an der Haltung dieses Körperteils kann Frau die Gefühlslage erkennen. Aufgerichtet bedeutet Aufmerksamkeit! Pro-Tipp: Die Migräne-Masche ist der Katze so was von wurscht. Wenn sie gestreichelt werden will, tust du das gefälligst, mit 40 Grad Fieber, Ebola im Endstadium und sieben Einschusslöchern im Bauch. Nicht diskutieren, streicheln! Sterben kannst du danach.

Es ist nicht so, dass Katzen undankbar sind, aber man kann ihnen einen 2000 Euro teuren Kratz- und Spielbaum mit allem drum und dran kaufen, ein Karton ist für das Vieh trotzdem interessanter. Dies zählt auch für Wäschekörbe mit der gewaschen Wäsche, Kleiderschränke, Blumentöpfe, Vorhänge, Teppiche, Tischdecken und sonst allem, was Katze mit Haaren belegen, von irgendwo herunterwerfen und wo man darunter krabbeln kann. Die am Anfang erwähnten Füße sollten hier ebenfalls nochmals erwähnt werden. Besonders bei kleinen Schläfchen auf der Couch ist das Bewegen der Zehen ein schrecklicher Fehler....Katzenzähne sind verdammt spitz.

Wenn man so darüber nachdenkt, wird einem klar, warum die alten Ägypter Katzen als Götter verehrt haben – die Viecher verhalten sich einfach so. Heute gibt es diesen Götterkult nicht mehr, leider wurde es versäumt, dies den Katzen auch mitzuteilen. Wer will auch einem Gott erklären, dass er nicht mehr verehrt wird?

Bevor ich es vergesse, ein Gott möchte nicht in der Wanne gewaschen werden - der wäscht sich selbst mit seiner Zunge. Und er wäscht auch dein Gesicht mit seiner Zunge, ob du willst oder nicht. Die Katze erwischt dich schon und ihr ist völlig egal, welches ihrer Körperteile sie davor damit geputzt hat.

Zuletzt noch ein Tipp für Frauen:

Männer reagieren teils recht verstört auf euer Verhalten Katzen gegenüber. Nicht nur das Katzen alles das dürfen, was Männer nicht machen sollen, also faul rumliegen, sich bedienen lassen, ewiges Schlafen usw., nein, ihr fallt auch noch auf die einfachsten Tricks herein. Beispiel:

Wir Männer merken es nicht immer sofort, wenn ihr Frauen mal nicht so gut drauf seid, oder wir ignorieren es einfach. Wenn wir uns dann doch mal eurer annehmen, euch zärtlich in den Arm nehmen, heißt es sofort: „Mir geht es schlecht und du denkst nur an das eine!!!!“ Die Katze merkt sofort, wenn es euch schlecht geht, und wird sich euch auch sehr zärtlich nähern. Sie schnurrt, sie trippelt auf der Stelle, streicht mit ihrem weichen Fell an eurer Wange vorbei. Sie legt sich auf euren Schoß und hat in Wirklichkeit nur eines im Sinn: „los streichle mich!“ Sie nutzt euch schamlos aus. Aber ihr streichelt das Mistvieh 'ne Stunde lang und erzählt dann eurer besten Freundin, dass die Katze ja so AUFMERKSAM IST!!! Verdammt nochmal, gehts noch???

Sonntag, 20. September 2015

Das Schäuble-Häschen oder Nichtraucher in 5 Minuten

So, es ist nun eine Woche her, dass ich das Rauchen aufgegeben habe, oder ich es halt versuche. Bisher kein Rückfall und scheinbar ist das Schlimmste schon vorbei.

Mein Verstand ist ja eh nur sporadische mit der Realität verbunden, unter plötzlichen Nikotin Entzug verliert diese sehr zarte Verbindung nun restlos jeglichen Zusammenhalt. So kam es auch, dass ich mir die ersten drei Tage immer kleine rosa Häschen mit einer dicken Zigarre im Mund und dem Gesicht unseres Finanzministers vorgestellt habe. Sie riefen mir ständig zu: „rauch weiter!“

Der Grund warum ich aufgehört habe, ist nicht die Gesundheit. Also bitte, ich trinke 35 Cent Automatenkaffee aus dem Plastikbecher. Ich weiß ja nicht aus was der Kaffee in den Automaten gemacht wird, aber geschmacklich würde ich behaupten, dass der Verzehr des Kunststoffbechers wohl weniger giftig wäre. Aber lieber schlechten Kaffee als überhaupt keinen.

Nein, der Grund ist nicht die Gesundheit, sondern einfach nur der Umstand, dass ich kein Geld mehr dafür ausgeben wollte und davon auch noch Steuern abzudrücken. Daher entstand wohl auch das kleine rosa Häschen mit dem Schäuble Gesicht und der Zigarre. Und als diese Horde von barbarischen Schäuble-Häschen so um mich herum rollte hoppelte, hatte ich schlagartig einen zweiten Grund nicht mehr zu rauchen. Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner grenzenlosen Weisheit entschieden, dass die Bundeswehr in Katastrophenfällen auch im „Inneren“ eingesetzt werden darf.

Mal ehrlich, eine Meute rosa Häschen mit dem Gesicht von Schäuble......also wenn das keine Katastrophe ist, was dann? Und schon sehe ich wie ein Leopard II Panzer die Häschen alle übel zurichtet. Da liegen sie blutend, mit geknickten Ohren und ziemlich zermatscht. 
„Irgendwas stimmt mit Hasi nicht!“

Ich wollte es eigentlich nicht so brutal beschreiben, aber es blieb nur der Panzer übrig. Die Luftwaffe darf ja keine Raketen abschießen über Deutschland. Die müssen, Flugzeuge die zum Beispiel in terroristischer Absicht in den Bundestag fliegen wollen, zur Landung zwingen. Davon ausgehend, dass Piloten der Luftwaffe nicht die dümmsten sind, werden diese die Maschinen auch zur Landung zwingen.....im Bundestag. (win-win-situation) Zum Schluss wäre da noch die Infanterie. Ja spinnst du, mit dem G36 triffst du doch keine Hasen, Elefanten vielleicht, wenn es nicht zu warm ist, Hasen...nö. Ich hätte ja in meinem Kopf auch Renate Künast und Claudia Roth in ein Häschen- Buster-Kostüm stecken können, aber dies war meines Erachtens ein Verstoß gegen die Genfer Konventionen. Ich bin also ein Opfer der Umstände.

Viele haben mich gefragt, wie ich denn auf die Idee gekommen bin. Der Einfall kam mir spontan. Planen kann ich so etwas nicht. Da ich feststellen musste, dass ich an freien Tagen mehr als drei Schachteln am Tag qualmte, musste das beendet werden. Zuerst hab ich noch überlegt ob ich es mit Nikotinpflaster oder Kaugummis probieren soll, aber mal ehrlich, dass ist so, als wenn man einen Alkoholiker mit „Mon Cherie“ trocken bekommen möchte. Blöde Idee!

Also hilft nur eins, kalter Entzug! Andere Menschen können dies ohne Probleme. Die haben ihren sogenannten „inneren Schweinehund“ gut unter Kontrolle. Solche Menschen beschließen, dass sie das Rauchen auf hören, rufen ihrem Hündchen „platz“ zu und der blöde Köter gibt Ruhe. Bei mir gibt es keinen inneren Schweinehund, sondern nur Höllenhunde, Dämonen, dies in Massen und keiner davon ist Veganer oder Nichtraucher.

Was schon das nächste Problem darstellt. Nikotinentzug bringt natürlich auch körperliche Entzugserscheinungen mit sich. Keine davon ist schlimm, nur nervig. Mir ist zum Beispiel recht warm. Nicht so dass ich schwitzte, einfach nur warm. Was fast umgehend mit dem Verzicht auf die erste Zigarette nach dem Entschluss aufzuhören kommt, ist ein flaues Gefühl im Oberbauch. Das kann leicht mit Hunger verwechselt werden. Kann man auch durch essen unterdrücken, leider nur solange man auch immer weiter futtert.

Das ist dann zweifach doof, weil du jetzt wieder das Gefühl im Oberbauch hast und noch die Idee im Kopf: „Nach dem Essen sollst du Rauchen.....“ Kontraproduktiv. Das hat mich auf die Idee gebracht, meinen Nikotinsüchtigen und Steak futternden Dämonen gleich doppelt zu bestrafen. Immer wenn ich jetzt Hunger habe und nicht weiß ob es wirklich Hunger ist, futter ich Knäckebrot.
Das ist meinem Dämon zuviel Staub und er hält die Schnauze. Wahlweise geht das auch mit Karotten, oder sonstigem Grünzeugs, was man roh futtern kann und schnell zur Hand hat. Wenn du einem Veganer nach jedem Vortag, denn er über gesunde Ernährung hält, ein 600g Steak in den Rachen stopfst, hält der dann auch lieber die Klappe. Selbes Prinzip, nur halt umgekehrt.

Und das ist eigentlich das einzige Problem dabei, wenn man das Rauchen aufgibt. Es ist reine Kopfsache. Ich hatte ja schon mehrere Versuche in angriff genommen. Keiner hatte den ersten Tag auch nur Ansatzweise überlebt. Von anderen die es versucht haben, kamen dann immer so Sätze wie: „Ja,, der erste Tag ging, der zweite na ja, aber der dritte war echt heftig.“ Meine Erfahrung war, dass die erste Stunde ging, die zweite na ja, aber die dritte....ach scheiß drauf.

Da Geheimnis liegt darin, dass man etwas finden muss, dass den „inneren Schweinehund“ dazu bringt, dir zu sagen: „Nein du rauchst jetzt keine!“ Das war bei mir recht einfach. Ich mag weder Finanzminister die Schäuble heißen, noch rosa Häschen, solange die vier Beine haben. Da hab ich ja noch mal Glück gehabt.

Was ich festgestellt habe, ist der Umstand, dass man plötzlich mehr Energie hat und wesentlich mehr Zeit. Wenn ich eine geraucht habe, habe ich ja nicht „nichts getan“, sondern eine geraucht. Das ist eine Tätigkeit, der man aktiv nachgeht. Jetzt wo ich nicht mehr rauche, habe ich also wesentlich mehr Zeit zum nichts tun. Ist klar, oder? Im Kopf ist das also auch noch Freizeit fördernd, weil ich mehr Zeit zum nichts tun habe. Daher kommt auch der Spruch, Zeit ist Geld. Nicht rauchen heißt kein Geld für Zigaretten und Tabak ausgeben und es bringt mehr Zeit. Das wiederum kann man aber nur verstehen, wenn man selbst Raucher ist oder war.

Liebe Leser, nehmt euch mal die Zeit um zu zählen, wie oft ich im letzten Absatz das Wort Zeit verwendet habe. Da muss man erst mal auf Entzug sein, dass man so einen Absatz überhaupt formulieren kann. Da könnt ihr euch ausmalen, wie viel Zeit mich nur der letzte Absatz gekostet hat. puuhhhhh

Zum Schluss gehe ich noch auf die überschüssige Energie ein. Die ist bei mir tatsächlich da. Habe es aber gut unter Kontrolle, so dass es nicht in Arbeitseifer ausarten wird. Das Haus verlasse ich deswegen auch nicht öfters, aber ich habe meinen Crosstrainer wider aktiviert, denn „stylischten“ Kleiderständer den ich je hatte. Nicht, dass er jetzt nicht mehr als Kleiderständer fungiert, aber ich habe ihn wiedermal abgestaubt. Ist doch auch nett.......








Montag, 31. August 2015

Kleine Schwester - Trauma eines 6-Jährigen

Viele Eltern in Deutschland sind wieder am jubeln, die Schulferien sind vorbei. Ich juble mit, nicht dass ich besonders betroffen davon wäre, nein, aus Solidarität. Aufgeräumt sind die Mini-Terroristen mir am liebsten. Am meisten mag ich die australischen Kinder, die sind weit weg, sehr weit weg.

Woher das kommt weiß ich nicht, aber ich schiebe die Schuld mal meiner kleinen Schwester zu. Meine Schwester ist 6 Jahre jünger als ich und drei Tage vor meinem Geburtstag geschlüpft.
Ich war also sechs Jahre alt, mein Geburtstag stand kurz vor der Tür. Als 6-Jähriger im Jahr 1981 waren deine Wünsche breit gefächert, Traktor (im unterfränkischen Bulldog genannt), Kettcar (kennt heute kein Mensch mehr), Fahrrad usw. Kleine Schwester gehörte nicht dazu.

Die Verkäuferin im ortsansässigen Spielwarenladen, mit dem klangvollen Namen Illini, fragt mich ein paar Tage vor dem Ende meiner Alleinerbschaft, ob ich mich denn schon auf das Baby freuen würde. Aus der mir überlieferten Geschichte von meiner Mutter, lautete meine Antwort wohl folgendermaßen: „Ich will einen Bulldog!“ Jetzt kam meine Schwester drei Tage vor meinem Geburtstag auf die Welt, an meinem Geburtstag kam meine Mutter zusammen mit Schwester aber ohne Bulldog nachhause. Trauma!

Der eigentliche Geburtstermin war ja erst drei Tage später geplant. Da habe ich wohl begriffen, dass Babys schon im Mutterleib nicht nur denken, sondern auch hinterhältige Pläne schmieden können. Die hat von drinnen alles mit angehört. Da lag sie da, planschend in ihrer Fruchtblase und hat sich gedacht: „Na warte Bürschle, dir versau ich nicht nur das Erbe, deinen Bulldog kannst du auch vergessen.“ Hinterlistiges kleines Biest!

Scheinbar hatte ich mich aber schnell mit der Situation angefreundet. Natürlich kann es auch sein, dass dieses kleine hinterhältige Etwas mit seinem knuffigen Babygrinsen, dem kleinen Marcus ne saftige Gehirnwäsche verpasst hat. Meine Lehrerin in der ersten Klasse, Frau Helling, fragte mich kurz nach der Geburt meiner Schwester, ob denn das Baby meiner Mutter nun schon da wäre und was es denn nun sei. Meine Antwort darauf: „Des is mei Schwester und die geht dich gar nix an!“ Ich möchte wiederum betonen, dass dies nicht meine Erinnerungen sind, sondern eine dieser Geschichten, die bei Familientreffen noch immer erzählt werden. Lustig wiederum war sechs Jahre später die Einschulung meiner Schwester, ebenfalls bei Frau Helling, die, als sie meine Schwester sah, freudestrahlend ausrief: „Ach, das ist also das Kind das mich nichts angeht.“ Wie rührend!

Aber wieder zurück ins Jahr 1981 und das ist nun eine meiner eigenen Erinnerungen. Für das Baby war als Bett eine damals übliche Wiege aufgebaut. Die hatte ich schon als Baby, war also auch gut für das zweite Kind. Der kleine Marcus, der kaum über den Rand der Wiege schauen konnte, hat aber schnell gelernt, wie er das Baby trotz fehlender Körpergröße aus der Wiege heben konnte. Das hat auch sehr gut geklappt, solange die Wiege mit dem Kopfteil rechts von mir stand. Jetzt kam aber der Tag, wo das Ding andersherum gestellt wurde. Das führte zu einer mehr oder weniger witzigen Situation, also für mich, für meine Schwester....puhhhhh, nun ja. Also ich pirschte mich wie immer an die Wiege ran, sah das Schwesterchen wach war und versuchte sie wie gewohnt da raus zu holen. Beim herausheben fing die Wiege an wie wild zu schaukeln. Je mehr ich mich anstrengte umso mehr schaukelte das Teil. Für einen 6-jährigen kein Grund aufzugeben. Irgendwann hat die Schaukelbewegung die Wiege so überfordert, dass sie erst gegen den direkt dahinter stehenden Schrank gekippt ist, wo der untere Teil einen Bilderrahmen zerschmetterte. Jetzt stand das blöde Ding mit Baby darin wie der Turm von Pisa an dem Wohnzimmerschrank angelehnt. Nun gut, ein kleiner Mahrtyrer muss eben tun was ein kleiner Mahrtyrer tun muss, er stemmt sich mit aller Kraft gegen die Wiege um sie wieder aufzurichten. Dabei war ich wohl etwas übereifrig, denn nun kippte die ganze Sache mit Baby in die andere Richtung....in die unendliche Weite des Wohnzimmers. So kam es dann auch, dass die Wiege mit mehr oder weniger lautem Knall umfiel, auf den Boden krachte und meine Schwester Cartoon mäßig wie eine Zucchini mit Impulsantrieb quer durchs Wohnzimmer rollte. Faszinierend! Das rollende Bündel hat sich so in meine Erinnerung gebrannt, dass ich noch heute darüber schmunzeln muss. Da stand ich nun, links von mir die Scherben aus dem Bilderrahmen, vor mir die umgefallene Wiege und weiter vorne im Raum die Zucchini-Schwester auf dem Boden liegend. Hier möchte ich nochmals erwähnen, ich wollte ja einen Bulldog haben!

Ich weiß nicht mehr wie meine Eltern damals drauf regiert haben, ist ja nun schon über 30 Jahr her, aber lustig fanden sie es bestimmt nicht. Wie auch, sie hatten den besten Teil mit der rollenden Zucchini ja auch verpasst. Es ist auch weiter nichts passiert, körperliche Schäden waren keine zu erkennen, alles war gut. Das einzige was geblieben ist, war wohl die Erkenntnis, Bulldogs kann man beim Illini umtauschen, Schwestern nicht. Also Finger weg von Babys! Auch wenn sie noch so lustig oder putzig aussehen, wenn sie erst mal ins rollen gekommen sind, ist der Spaß vorbei.

Freitag, 21. August 2015

Poltergeist 2.0 - Die Technik schlägt zurück!

Aus eigener Erfahrung weiß ich nun, dass einem die Technik ganz schön abhängig macht. Ist doch mein treues Notebook im hohen Alter von fast 7 Jahren von mir gegangen. Das Mainboard hat sich verabschiedet. Vielleicht erlag es ja an den Folgen des Passivrauchens. Man weiß es nicht.

Also musste ein neues her. Das dauert natürlich etwas. So ein Notebook ist ja nicht etwas, was man sich so leichtfertig nebenbei mal zulegt wie man das mit anderen Dingen macht – 250g Gelbwurst, 6er-Pack Socken, Frau, thermonuklearer Sprengsatz, was weiß ich.

So ist man nun erst mal eine Zeit lang ohne Internet. Also ohne Internet ist man ja nicht, man kommt bloß nicht rein. So muss sich Mann gefühlt haben, damals in der Zeit als es noch Keuschheitsgürtel gab zudem man keinen Schlüssel hatte. So nah und doch so fern. Gut mit dem Tablett kommt man zwar schon ins Netz, aber wie mein Verhältnis zu Touchscreens ist hab ich ja bereits mehrmals erwähnt, es ist sozusagen eher gedrückt. Seit dieser Erfindung weiß ich was Berührungsängste eigentlich sind.

Die Entdeckungen in meiner techniklosen Zeit waren zahlreich und teilweise auch sehr informativ. So habe ich erfahren, dass in dem Haus in dem ich wohne, im Januar eine Familie ausgezogen und eine andere bereits im selben Monat wieder eingezogen ist, ein komischer Typ Namens Merkel ist Bundeskanzler und die Bayern sprechen gar kein Klingonisch. Nein Scherz, das der Merkel Kanzler ist wusste ich schon vorher.

Dem heiligen Tobias aus der Oberpfalz sei gedankt, auch diese Zeit in der ich das sogenannte „Reallife“ erleben musste ging vorüber. Das neue Notebook ist eingetroffen – endlich. Tobias ist der Technik-Dealer meines Vertrauens. Zugegeben eine leicht zwielichtige Gestalt mit schwarzem Kater und der mit an schwarze Magie erinnernden Fähigkeit, die Gesetze der Physik beim stapeln von Dingen auf Paletten zu umgehen, aber sonst ein illustres Exemplar unserer Spezies.

Zurück zu meiner neuen Errungenschaft. Ein Notebook mit Windows 8.1. Oh ha! Beim ersten hochfahren des Gerätes wurde mir eins sofort bewusst, ich bin alt und die Softwareunterstützung meines Schöpfers für mich ist abgelaufen. Der Wissenschaftler würde das wohl „Homo XP-us“ nennen. Das MS-DOS unter den Menschen. Beim ersten Anblick des Startbildschirms hab ich mich gefühlt wie ein C64 auf der U.S.S. Ernteprise - 1701-E. So nützlich wie ein Abgeordneter im Europaparlament.

Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten kam ich dann doch schnell mit dem Teufelswerk klar und installierte meinen Virenschutz, meinen Browser, Add-Ons usw. Hat auch alles einwandfrei funktioniert. Alles lief. Alles? Nur ein klitzekleines Problemchen blieb. Mein Browser öffnete keine Seiten im Internet die mit https verschlüsselt sind. Also 90% aller Seiten. Am Anfang war es nur die Seite von Google der nicht vertraut wurde, im Laufe meiner Anstrengungen dieses zu ändern wurden es allerdings immer mehr Seiten. Frei nach dem Motto: „Ich zeige euch, wie man mit ein paar Handgriffen alles noch viel schlimmer machen kann:“

Was hab ich nicht alle versucht. Habe Systemzeiten geändert, Sicherheitszertifikate gelöscht, neue installiert, Proxy-Server eingestellt und wieder ausgeschaltet, das Internet auf Seiten durchsucht, für die mich Exorzisten auf die Kundenliste ganz oben schreiben würden und alle Einstellungen verändert, die auch nur im entferntesten damit zu tun haben könnten. Ich habe an dem Teil soviel verstellt, das Notebook hat mir schon selbständig Nutellabrote geschmiert, mit der Stimme vom Google Übersetzer Helene Fischer Lieder gesungen und hat drei Termine bei verschiedenen Psychologen vereinbart. Google hat es aber weiterhin nicht geöffnet. Im Gegenteil, immer mehr Seiten wurden Opfer des Zertifikat Problems.

Ich war schon auf der Homepage der NSA, mit der Hoffnung,die könnten mir sagen was nicht mit meinem System stimmt.. Nichts, der Agent der für mich und meinen Blog zuständig ist, denkt noch immer das die Hälfte von 8 halb 8 ist. Aber habe stattdessen auf der Startseite der NSA einen sehr interessanten Bericht über stillende Mütter beim Geheimdienst gefunden. Gut, bin mit jetzt nicht ganz sicher, ob ich „nursing Mothers“ richtig übersetzt habe, aber der Gedanke stillender Agentinnen im Einsatz hat mich doch inspiriert. Unsere Verteidigungsministerin, unsere Flinten Uschi, wäre bestimmt begeistert von dem Konzept. Soldatinnen an der Front, die im Gefecht ihre Kinder stillen, Wickelräume in Schützengräben und Maxi-Cosis in Leopard II Panzern. Fallschirmjäger sichern das vom Feind verseuchte Gebiet ab, während Pioniere im Hagel der feindlichen Granaten ein Feldlazarett und einen mobilen Kindergarten aufbauen. Kindergärtnerinnen die rufen:“ Nein Torben, du darfst dem Mann nicht an seinem lustigen langen Bart ziehen:“ „Nein Sören Kevin, das ist kein Nachthemd was der Mann mit dem Sprengstoffgürtel da an hat.“ „Das ist auch nicht der Nikolaus Dustin, das ist ein Taliban.

Ich schweife ab. Wo war ich, ach ja. Sicherheitszertifikate. Egal was ich auch versucht habe, nichts hat funktioniert. Keine Seite mit dieser verdammten https Verschlüsselung war mehr zu öffnen. Irgendwann kam ich dann auf die Idee, mir so ein Zertifikat mal anzusehen. Bisher hatte ich es ja immer nur gelöscht und neu installiert. Ich hatte festgestellt, das mein Freund der Virenschutz nämlich das Problem ist. Deaktiviert waren alle Seiten zugänglich. Also schaute ich mir dieses Zertifikat an. Was ich da sah hätte mich fast um den letzten Funken verstand gebracht. Das Datum meines Notebooks war korrekt auf den 21. August 2015 eingestellt. Das Zertifikat allerdings erhielt seine Gültigkeit erst am 22. August 2015. Es folgte schweigen. Weder ich, noch das singende Helene Notebook, noch der Taliban mit Nachthemd konnten es glauben. Datum der Systemzeit auf 22. August geändert, Problem behoben. Hallooooooo? Warum bekommt der von mir installierte Virenschutz ein Zertifikat, das nicht am Tag der Installation beginnt, sondern erst zwei Tage später? Meine Kaffeemaschine schreit doch auch nicht, dass die Filtertüte erst in zwei Tagen gültig ist.

Das schlimmste daran aber ist der Umstand, dass ich hätte gar nichts machen müssen außer zwei Tage zu warten. Da wäre dann der 22. August gewesen und das Problem hätte sich völlig von alleine behoben. Nun wo ich gerade diese Zeilen schreibe, ist es genau 22. Uhr am 21. August 2015. In zwei Stunden ist der 22. und ich kann meine Systemzeit wieder richtig einstellen. Somit habe ich eindeutig bewiesen, dass sich Probleme sehr wohl von alleine lösen können. Nichts machen war damals bei den Hausaufgaben suboptimal, bei der heutigen Technik führt es zum Durchbruch. Das sich meine schon in der Schulzeit erprobte Einstellung, am besten nichts zu tun und abzuwarten, mal so erfolgreich durchsetzt.... Ich war wohl meiner Zeit schon immer weit voraus.